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Datum: 06.01.2009
 

Banken im Handlungsdruck beim Risk-Management. Die Industrialisierung der Bankenlandschaft in Deutschland geht mit großen Schritten voran. Dies ist eines der Hauptergebnisse der diesjährigen Herbsttagung des E-Finance Labs. "Die Verarbeitung im Backoffice der Filialen kann aus heutiger Sicht mit dem Handwerk verglichen werden, zentralisierte Operations-Center dagegen mit den frühen Manufakturen. Aber erst mit dem Transaction-Banking hat sich im Banken-Sektor ein Pendant zur heutigen Industrie entwickelt. Denn erst jetzt können hohe Volumina an Transaktionen zu geringen Stückkosten bearbeitet werden", beschrieb Dr. Mario Daberkow, Bereichsleiter Bankenorganisation bei der Deutschen Postbank, die jüngsten Entwicklungen auf der Tagung.

Laut Daberkow erhöhen regulatorische Anforderungen aus Basel II, SOX und der EU-Harmonisierung den Wettbewerbs- und Handlungsdruck auf die Banken. Ein weiteres Ergebnis der Veranstaltung: Neben der Standardisierung der internen Prozesse zwingt das Transaction-Banking die Banken auch zu einem verbesserten Operational-Risk-Management, da Ausfallrisiken tendenziell eine höhere Bedeutung haben, Prozessfehler stärker durchschlagen und an potenzielle Auftragnehmer und Auftraggeber höhere Anforderungen stellen.

Dabei unterscheiden sich die Methoden des Risikomanagements deutlich voneinander. Marktpreisrisiken (Änderungen von Aktienkursen, Zinssätzen und Volatilitäten) werden vorrangig extern beeinflusst, ebenso wie Kredit-Risiken (bspw. durch vollständige oder teilweise Nicht-Erfüllung oder zeitlich verspätete Erfüllung eines Finanzmarktgeschäftes). Das Operational-Risk-Management muss folglich die Analyse und Maßnahmenentwicklung zu Betriebsstörungen und Schadensfällen, die Entwicklung von Business-Continuity-Management-Konzepten, die Optimierung der Steuerung des laufenden Betriebs sowie die Entwicklung von Prognosemodellen zur Schadensentwicklung umfassen.